Frieden in Syrien

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Syrienkonflikt

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Wir grüßen Euch im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Wir klagen heute über die abscheulichen und unmenschlichen Grausamkeiten; die Berichte darüber füllen unsere Zeitungen und beherrschen die Bildschirme. Die Welt ist zu Recht wieder besorgt über die stattfindende Gewalt in Syrien und über einen möglicherweise ausgedehnten Konflikt.

„Als Jesus sich nun der Stadt näherte und sie vor sich liegen sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du am heutigen Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringen würde! Nun aber ist es dir verborgen, du siehst es nicht.“ (Lukas 19, 41-42 NGÜ)

Es ist nicht schwer, sich den auch heute noch weinenden Jesus vorzustellen: über Damaskus, Washington D.C., Moskau, Paris, London, Jerusalem, Kairo, New York, Peking und viele andere Orte. Die Welt ist nicht so, wie sie gemeint war. Bei Jesu Geburt verkündeten die Engel „Friede auf Erden“ (Lukas 2, 14). Gott hoffte, durch Jesus „die Welt zu versöhnen“, indem er die Kirche berief, Gottes Mitarbeiter im Dienst der Versöhnung zu sein (2. Korinther 5, 18-19).

Der ‘Leib Christi’ weint heute mit Jesus. Wir weinen nicht nur über Syrien, sondern auch über andere Situationen, die unsere Brüder und Schwestern belasten. Wir weinen über die Vergiftung von Ernten und die Wasserversorgung in Choco, Kolumbien, über den Landraub durch multinationale Konzerne in Panama, über die schon seit langem bis heute andauernden Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen im Kongo, über die Entfremdung und das Leiden der Menschen in Ägypten und über die Millionen von Flüchtlingen, vertrieben durch von Menschen verursachte Konflikte. Wir weinen, weil die vorherrschenden Muster, Gewalt zu begegnen, Schwache zu schützen und für Frieden zu arbeiten nach wie von Strategien zunehmender Militarisierung bestimmt sind, die auf Vergeltung und Wirksamkeit von Bestrafung vertrauen. Unsere Welt hofft weiter auf Frieden, indem sie Krieg vorbereitet.

Der weinende Jesus wählte einen anderen Weg. Er entschied, auf die Herrschaft Gottes über die Völker zu vertrauen. Er bekräftigte die Überzeugung des Propheten Jesaja: „Die Völker toben wie gewaltige Fluten. Aber er wird sie schelten…“ (Jesaja 17, 13).

Jesus dagegen wählte die leidende Liebe bis hin zum Tod am Kreuz und nicht die militärischen Optionen des Terrors, der Revolution oder des Schutzes nationaler Interessen. Gott macht diese leidende Liebe zur Frohen Botschaft. Durch die Kraft der Auferstehung macht Gott die Waffe des römischen Staatsterrors (das Kreuz) zur „Kraft Gottes zu retten“ (1.Korinther 1, 18)

Das Evangelium ist Gottes Antwort auf die Sünde der Welt und es ist einer noch nicht erlösten Welt gegeben. Das Evangelium ist Gute Nachricht wegen und nicht trotz der Sünde. Auch die Kirche in der Nachfolge Jesu „sucht den Frieden und jagt ihm nach“(Psalm 34, 15). Der Apostel Jakobus weist uns auf die untrennbare Verbindung zwischen dem Streben nach Frieden und der Hoffnung auf Gerechtigkeit hin:

 „Denn wo Eifersucht und Selbstsucht herrschen, da herrscht auch Unfrieden, und das Böse kann sich ungehindert ausbreiten. Die Weisheit hingegen, die von oben kommt, ist in erster Linie rein und heilig, dann aber auch friedfertig, freundlich und bereit, sich etwas sagen zu lassen. Sie ist voll Erbarmen und bringt eine Fülle von Gutem hervor; sie ist unparteiisch und frei von jeder Heuchelei. Die Früchte, die vor Gott bestehen können, wachsen dort, wo Friedensstifter eine Saat des Friedens säen.“ (Jakobus 3, 16-18 Genfer Neue Übersetzung)

Wir laden Euch ein, diesen Aufruf zum Frieden durch Gerechtigkeit zum Ausdruck zu bringen durch:

1. Beten: Betet für alle diejenigen, die sich selbst und andere als Feinde verstehen. Betet als Schwestern und Brüder in Christus in Eurer Gemeinde und darüber hinaus für einander, da wir uns bemühen, unsere Berufung zur leidenden Liebe inmitten des Tobens der Völker zu leben. (Beachtet bitte, dass auch der Ökumenische Rat der Kirchen den 21. September als „Internationalen Gebetstag für den Frieden“ bestimmt hat. ÖRK — Ökumenischer Rat der Kirchen - World Council of Churches

2. Gottesdienste: Die Mennonitische Weltkonferenz hat zusätzlich den 22. September als Internationalen Tag des Friedens als den Tag festgelegt, an dem wir unsere Berufung zum Frieden in Gottesdiensten zum Ausdruck bringen. Nutzt diese Möglichkeit. Materialien für diesen Gottesdienst sind zu finden unter: http://www.mwc-cmm.org/sites/default/files/website_files/peace_sunday_2013_de.pdf

3. Zeugnis geben: Seid bitte dazu bereit, diesen Brief gegebenenfalls an andere weiter zu leiten: an Familien, Freunde, andere Christen, andere Konfessionen, Regierungsverantwortliche und an Medien.

4. Teilhabe: Wir bitten euch auch, geht auf http://www.mwc-cmm.org/article/peace-syria,  https://www.facebook.com/MennoniteWorldConference oder schickt eine email an rjsudermann@mwc-cmm.org und gebt auf diese Weise Anteil an bereits durchgeführten oder geplanten Gottesdiensten, Gebeten und Zeugnissen. Das ist eine Quelle der Ermutigung und Inspiration für andere, sich zu engagieren.

Diese vielfältigen Treuebekundungen verlangen unser Engagement. Wir stehen vor einer Zeit des Weinens, der Prüfung und der Entscheidung. Unser Gebet ist:

“Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2. Korinther, 13, 14) 

Cesar Garcia                              Paulus Widjaja                                    Robert J.Suderman

MWK Generalsekretär            Präsident Friedenskommission          Sekretär Friedenskommission

 
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